Partnerschaft zwischen Asendorf und Trzciel / Polen

Asendorf und das polnische Städtchen Trzciel, inmitten von unberührten Seen und Wäldern, haben eine Partnerschaft gegründet. Trzciel hieß früher Tirschtiegel.
Am Anfang stand, wie so oft der Zufall. Der damalige Bürgermeister von Trzciel, Edward Fedko, war im August 1990 zu Besuch beim Schützenfest in Asendorf. Hans-Hermann Schröder als Jagdfreund hatte bereits Kontakte zu Trzciel geknüpft. Die beiden Bürgermeister Edward Fedko und Peter Muus kamen während des Schützenfestes ins Gespräch. Peter Muus war vor der ,,Wende" schon überzeugt, wenn eine Partnerschaft zwischen Gemeinden noch einen Sinn machen soll, dann muss sie sich in Richtung Osten wenden. Verbindungen schaffen, wo heute noch tiefe Gräben sind, das war sein Ziel. Bereits Ende 1990 bekam er Post aus Polen. Sein Amtskollege sei sehr interessiert, war zu lesen.
Doch die Partnerschaft sollte nicht von oben herab aufgesetzt werden, sondern von unten wachsen. Es gab gemeinsame Besuche der Ratsfraktionen, der Feuerwehren, und auch die Schützen fuhren mit einer Abordnung Richtung Osten. Die Fußballer besuchten sich gegenseitig, und auch die Landwirte der beiden Gemeinden tauschten ihre Erfahrungen mit den unterschiedlichen Agrarsystemen aus. Zu den Stadt- und Dorffesten der beiden Gemeinden gab es gegenseitige Besuche, an denen sich auch der Asendorfer Spielmannszug beteiligte.
Alles war gut vorbereitet, als im Juni1993 der offizielle Partnerschaftsvertrag unterschrieben wurde. Vor allem Zusammenkünfte im Bereich der Familien sollten gefördert werden.


Zwar gibt es in Trzciel noch einige Menschen, die Deutsch als Muttersprache gelernt haben. Trotzdem büffeln mehrere Asendorfer in Abendkursen die polnische Sprache. Eine Gruppe um Bürgermeister Edward Fedko lernt in Trzciel fleißig die deutsche Sprache.
Herr Kurt Morell, der in Trzciel geboren wurde und nach dem Krieg seine Heimat verlassen musste, meint hierzu:
"Wir müssen Brücken bauen von dem Leben in der heutigen Bundesrepublik zu dem Leben der Menschen in Polen. Wenn von dem ,Gemeinsamen Haus Europa' die Rede ist, dann geht es weniger um die uns nahestehenden Niederländer, Belgier und Österreicher. Die Gräben in Richtung Osten sind auch heute noch sehr tief. Geknüpft werden muss ein Band der Völkerverständigung. wie es in Asendorf und Trzciel begonnen wurde."
Im Jahre 1998 hat erstmals eine Schülergruppe aus Trzciel einen Besuch in der Hanstedter Schule mit einem umfangreichen Besichtigungsprogramm durchgeführt, und im Mai 1999 haben Landwirtschaftsschüler aus Polen bei hiesigen Landwirten ein Praktikum durchgeführt. Kurz vor Weihnachten 2000 war eine Gesangsgruppe polnischer Behinderter in Asendorf zu Gast, die beim Rollitreff und in der Hanstedter Kirche ein weihnachtliches Konzert bot.
Im Rahmen der Partnerschaft mit Trzciel hat der Rat der Gemeinde Asendorf in den Jahren 1996, 1998 und 2000 je eine Weihnachtssammlung durchgeführt. Über 90 Pakete und mehr als 8000,- DM wurden dem Fonds zur Unterstützung Bedürftiger in Trzciel zugeführt. Es ist beeindruckend, wie mit Hilfe zur Selbsthilfe durch der von Asendorfer Spenden ins Leben gerufene Verein der Barmherzigkeit 'Dobroczynnosc' in Trzciel soziale Hilfe beleben kann.
Die Weihnachtssammlung wird inzwischen jährlich durchgeführt. Die Spenden und Pakete werden inzwischen der Caritas der katholischen Gemeinde in Trzciel übergeben.
Die 20-jährige Partnerschaft zwischen Trzciel und Asendorf wurde im Rahmen des Stadtfestes in Trziel vom 6. bis 9.6.2013 mit 85 Personen aus Asendorf und Umgebung gefeiert.